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Thomas Bartel und weitere Senioren-Assistenten aus ihrer Praxis in der Seniorenbetreuung.

Die Russengans- Indooraktivitäten in der Seniorenbetreuung

Der Altweibersommer ist vorbei und es beginnt die nass-kalte Indoor-Zeit für die Seniorenbetreuung. Herr L. mag keine Kartenspiele, hat unerklärliche Blackouts bei dem wunderbaren Spiel „Stadt-Land-Fluss“ und langweilt sich zu Tode beim „Mensch-Ärger-Dich –Nicht“ oder sonstigen Würfelspielen. Stattdessen steigert er sich zu absoluten Höchstleistungen beim Monopolispielen, wo er den gnadenlosen Kapitalisten gibt oder aber beim Scrabblen, das ihn zu einem gewieften Taktierer und einem phantasievollen Worteerfinder werden lässt!

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In der Tradition einer Gesellschafterin...

Unter diesem Motto trafen sich in einer alten Villa im Stuttgarter Süden knapp 20 Seniorenassistenten nach dem „Plöner Modell“ aus dem Großraum Stuttgart.

 

Seniorenassistenten sind Lebensbegleiter der besonderen Art, die als Hausdame oder Hausherr die frühere Gesellschafterin alter Schule in moderner Form wiederaufleben lassen. Sie unterstützen oder begleiten ältere Personen auf Augenhöhe bei Behördengängen, Arztbesuchen und Kulturveranstaltungen oder unterhalten, beraten bzw. diskutieren mit Senioren und gestalten deren Tagesablauf mit. Sie nehmen sich Zeit, um bei Verhinderung oder fehlenden Angehörigen tatkräftig einzuspringen.

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Alt wie ein Baum ...

... eine Senioren-Landpartie zu den Borsigs nach Groß Behnitz im Havelland

Herr L., seines Zeichens Senior, Diplom-Ingenieur und ehem. Segler besitz einen wunderbaren blauen Mercedes C 180 Automatic, mit dem wir in den Sommermonaten einmal in der Woche einen Ausflug ins schöne Berliner Umland unternehmen.

Diesmal rollten wir an wogenden Feldern, aus denen die Lerchen emporstiegen, an blühenden Sommergärten und dem Nauener Windradpark vorbei durch das schöne Havelland. In diesem Storchen-Eldorado ließ sich im Dorfe Groß Behnitz, oberhalb des Behnitzer Sees, im Jahre 1800 ein Herr von Itzenplitz ein Herrenhaus errichten, das 1866 in den Besitz der Familie Borsig überging.  An dieser Stelle entwickelten sie einen agrarischen Musterbetrieb mit Ziegel- und Schnapsbrennerei, Schmiede, Stallungen, Arbeiterwohnhaus und ließen dort bis 1945 ca. 2700 ha Land bewirtschaften. Ihre wohlverdiente Ruhe fanden sie vis à vis in der Familiengruft unterhalb der Groß Behnitzer Dorfkirche.

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El siglo de Oro – das goldene Zeitalter

Im letzten Jahr ging ich mit einer kleinen Gruppe Seniorinnen regelmäßig, am letzten Sonntag des Monats, in eines der vielen Berliner Museen. Per Taxi wurden Sie von mir von einem Wilmersdorfer Stift abgeholt, wo sie im betreuten Wohnen recht aktiv ihren Lebensabend verbringen. Diesmal brachten uns zwei Großraumtaxen zur Gemäldegalerie am Kulturforum, wo ich von meiner Freundin und Kooperationspartnerin, Ulrike Fiedler, erwartet wurde. Sie hatte sich an diesem Sonntag bereit erklärt, mir als ehrenamtliche Assistentin behilflich zu sein, denn wir hatten Besonderes vor. Diesmal sollten meine Senioren von der Stimme des Schauspielers Daniel Brühl per Audioguide durch die Ausstellung der spanischen Barockmalerei  „El siglo de Oro“ geführt werden.

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Respekt!

Das Telefon klingelt. „Ich würde gern mal einen Kaffee mit Ihnen trinken. Wann hätten Sie denn Zeit für mich?“ Es ist der Direktor einer renommierten Senioren-Residenz in Hamburg, der mir gerade diese Frage gestellt hat. Am nächsten Tag sitzen wir bereits in der eleganten Bibliothek der Wohnanlage zusammen.

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Im Bett durch die Karibik

Herr H. muss heute das Bett hüten. So hat es ihm sein Arzt verordnet. Schon seit längerer Zeit leidet Herr H. an einem Dekubitus, das Sitzen im Rollstuhl ist bisweilen sehr schmerzhaft für ihn. Darum also die Bettruhe. Trotzdem besuche ich ihn. Nein, es muss heißen: Gerade deshalb besuche ich ihn.

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Frisch rasiert ins neue Jahr

Zweiter Januar 2017. Das neue Jahr fängt gut an. Herr L. benötigt dringend einen besseren Rasierapparat und möchte sich nachträglich selbst zu Weihnachten eine kleine Freude machen. Man sieht ihm die notwenige Rasur und die Vorfreude deutlich an.

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Handarbeitskunst

Die Vorweihnachtszeit ist traditionell auch jene Zeit, um Dekorationen, Tannenbaumschmuck oder kleine Geschenke zu basteln. Die folgende Begebenheit schildert eine völlig andere Form „feinster Handarbeit“, die sich völlig unerwartet während eines Adventskonzertes entwickelte. Und das kam so:

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Weihnachtsgeschichte

Weihnachtliche Lichterfahrt über den Berliner Kurfürstendamm
Weihnachtliche Lichterfahrt über den Berliner Kurfürstendamm

Seit fast 2 Jahren besuche ich Herrn L. in einer Berliner Seniorenresidenz. Immer montags, pünktlich, um 15 Uhr, klopfe ich recht laut an seine Zimmertür. Herr L. ist stark schwerhörig und besitzt trotz der Hörgeräte nur noch 45 % seiner Hörstärke. Er empfängt mich gut gelaunt, ausgeschlafen nach der Mittagsruhe, rasiert und im sauberen Hemd in seinem Rollstuhl. Auch seine Mobilität ist stark eingeschränkt. So kann man von Glück sprechen, dass er seinen schönen, dunkelblauen Mercedes nicht abschaffte, der nun immer startklar vor der Tür der Einrichtung parkt.

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Das Sahnehäubchen

Das starke Bedürfnis, sofort etwas essen zu müssen, setzt oft plötzlich und unerbittlich ein. Richtig: hier ist von Heißhunger die Rede. Wohl jeder von uns hat dieses Gefühl schon erlebt.

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Annäherungs-Versuch

„Aus Berufung nah am Menschen“ lautet eine der Kernbotschaften für die Tätigkeit der Senioren-Assistenten. Doch wie weit kann und darf diese Nähe gehen, ohne Grenzen zu überschreiten?

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Mit ganzer Kraft gefordert

Auch Senioren-Assistenten müssen sich von Zeit zu Zeit erholen und regenerieren. Doch was passiert währenddessen mit ihren Klienten? Fast immer können kollegiale Vertretungsregelungen untereinander arrangiert werden – mit manchmal ungeahnten Möglichkeiten!

 

Eine vertraute Person um sich zu haben, die die eigenen Vorlieben, Bedürfnisse sowie Defizite genau kennt, um darauf individuell einzugehen: genau das zeichnet qualifizierte Senioren-Assistenz aus. Selbst bei guter und einfühlsamer Vorbereitung im Vertretungsfall ändern sich natürlich diese „Rahmenbedingungen“ für die Beteiligten ein wenig. Aber das muss keineswegs ein Nachteil sein.

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„In English, please!“

Seit Kurzem habe ich die Freude und Ehre, einer hochbetagten Dame Gesellschaft zu leisten, die in England – sorry: in Wales – geboren ist und lange Zeit in Südafrika gelebt hat. Später zog sie mit der Familie nach Deutschland. Doch nun kehrt sie mental und sprachlich mehr und mehr zu ihren Wurzeln zurück.

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Lebensqualität: Gepflegt leben und altern

Senioren-Assistenz schließt als eigenständige Dienstleistung die Lücke zwischen Pflege und Haushaltsdiensten. Sie unterstützt damit die selbstbestimmte und aktive Teilhabe älterer Menschen am Leben, ganz nach ihren individuellen Wünschen, Interessen und Möglichkeiten.

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Seniorenbetreuung: Vergebene Liebesmüh’

Ein gutes und willkommenes Miteinander muss immer von zwei Seiten getragen werden. Nicht immer lässt sich diese Brücke schlagen. Für Angehörige, die es gut mit ihren Liebsten meinen, ist das oft nur schwer nachzuvollziehen.

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Trauer: Lebe wohl!

Eine Verabschiedung mit den Worten „Lebe wohl!“ hat dem Ursprung nach eigentlich einen durch und durch frohen und positiven Kern. Doch oft genug verstehen wir ein Lebewohl auch als Abschied für immer.

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Demenzbetreuung: Wer Schmetterlinge lachen hört ...

Kürzlich war ich auf dem Weg in ein Seniorenheim, in dem ich zwei Bewohner regelmäßig besuche, aktiviere und begleite. Vor der Tür traf ich zufällig den Schwager von Herrn P. Wir kennen uns gut, denn ich war von der Familie u. a. schon zu seinen Geburtstagsfeiern sowie einem gemeinsamen Tagesausflug ins Alte Land bei Hamburg privat eingeladen worden.

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Senioren-Assistenz: Ein „breit gefächerter“ Sommertag

Es war einer dieser extrem heißen und schwülen Tage des Sommers. Eine ältere Dame im Rollstuhl, die ich regelmäßig besuche, lassen derartige Umstände jedoch „völlig kalt“. „Raus, nur raus!“ ist ihre Devise. Doch bei Hitze ist natürlich allerlei (und noch viel mehr) zu beachten.

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Demenz: Spieglein, Spieglein ...

Menschen mit Demenz verändern im Verlauf der Krankheit ihre subjektive Wahrnehmung. Das erfordert auch für die Personen in ihrem Umfeld viel Empathie und Einfühlungsvermögen, um mit ihrem Leben Schritt zu halten. Dazu eine kleine, jedoch sehr „anschauliche“ Begebenheit.

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Altersfragen: Emotionaler Rückhalt gesucht

Die enorme Bedeutung zwischenmenschlicher Unterstützung im Alter haben Mirjam Philippi, Christiane Luderer und Thomas Altenhöner näher untersucht. In ihrem ausführlichen Bericht, der 2015 im „Informationsdienst Altersfragen“ erschienen ist, finden sich zahlreiche Passagen, die die Idee qualifizierter Senioren-Assistenz nicht besser erklären und untermauern könnten.

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Demenz: Es begann „sukzessive“

Ich machte vor längerer Zeit Bekanntschaft mit einem Ehepaar, deren Mann sich aufopfernd um seine an Demenz leidende Frau kümmert und zeitweise Entlastung benötigt. Bei einem ausführlichen Vorgespräch hatte ich erfahren, dass seine Frau immer sehr kulturell interessiert war. Sie liebt u. a. klassische Musik, hatte früher Gedichte geschrieben bzw. Verse zu kleinen Gedichtbänden zusammengestellt. Doch das alles sei inzwischen nicht mehr möglich.

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Seniorenbetreuung: Die Freu(n)de im Panoptikum

Seit langer Zeit betreue ich einen herzensguten und meist sehr froh gestimmten Herrn mit fortgeschrittener Alzheimer-Demenz. Die Begegnung mit ihm bekannten Menschen bereitet ihm stets allergrößte Freude. Ob unterwegs auf der Straße, auf dem Flur oder in den Gemeinschaftsräumen seiner Einrichtung: Sobald ein bekanntes Gesicht auftaucht, lebt er auf, geht auf die Person zu und beginnt – so gut es geht – ein kleines Schwätzchen.

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Seniorenbetreuung: Wie die Zeit vergeht...

Wenn der liebe lange Tag zu einem schrecklich lagen Tag wird: Mit diesem Leid haben nicht nur viele allein lebende Senioren zu kämpfen, die keine oder nur wenig Ansprache und Zuwendung erhalten. Es betrifft ebenso viele Ältere, die in Einrichtungen leben, die aber trotz dieser Wohnform nicht in dem für sie individuell erforderlichen Maße betreut und aktiviert werden können.

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Seniorenbetreuung: Taktvoll zu neuer Lebensfreude

Stanislaw Jerzy Lec hat den charmanten Satz geprägt: „Das Tanzen ist die Kunst, wo die Beine denken, sie seien der Kopf.“

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Pflege: „NORM“-al ist das nicht

Senior und Senioren-Assistent sitzen an einem Bach.

Immer wieder klagen pflegebedürftige Menschen darüber, dass ihnen zwar professionelle Pflege zuteil wird, jedoch für ein paar freundliche Worte oder gar ein kurzes Gespräch keine Zeit bleibt. 

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Seniorenbetreuung: "Die Maultrommel"

Eine Maultrommel liegt auf einem Notenblatt.

Bei meinen regelmäßigen Besuchen eines demenziell erkrankten Herrn spricht dieser oft und gern von seinen langen Reisen, die er früher unternommen hatte. Diese führten ihn u. a. nach Fernost und durch Indien.

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Betreuungsangebote: Gefangen zwischen Angst und Scham?

Ein Stift liegt auf einem Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

Von den rund 2,7 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden derzeit rund zwei Millionen zu Hause betreut. Doch trotz ihrer starken Belastung – teilweise bis zur völligen Erschöpfung – nutzen pflegende Angehörige die Unterstützungsangebote aus der Pflegeversicherung, wie z. B. Verhinderungspflege oder Betreuungsangebote, noch viel zu wenig, obwohl die Betroffenen nach eigener Aussage genau diese Leistungen dringend benötigen.

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Seniorenbetreuung: „Endlich!“

Senior (im Rollstuhl) und Senioren-Assistent machen einen Spaziergang.

Herr Dr. M. ist aufgrund seiner weit fortgeschrittenen Erkrankung an Multipler Sklerose vollständig auf Unterstützung angewiesen. Mit Hilfe seiner Ehefrau, einem ambulanten Pflegedienst sowie durch im Haushalt angestellte Pflegekräfte aus Polen, die sich turnusmäßig abwechseln, ist ein großartiges Betreuungs-Setting gelungen.

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