Hier ist die Anerkennung nach § 45a SGB XI möglich

Anerkennung von Betreuungspersonen nach Landesrecht mit der Möglichkeit, bei den Pflegekassen nach § 45a SGB XI abzurechnen

Senioren oder Seniorinnen können sich schon ab Vorliegen von Pflegegrad 1 Entgelte für anerkannte Betreuungspersonen von den Pflegekassen erstatten lassen. Und zwar jährlich 1.500 Euro und 40 Prozent der nicht verbrauchten Sachleistungen nach § 36 SGB XI. Zu näheren Einzelheiten vergleiche Link.

So soll pflegebedürftigen Menschen eine gesetzliche Hilfe an die Hand gegeben werden, damit diese möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben, soziale Kontakte aufrecht erhalten und ihren Alltag möglichst selbständig bewältigen können. Der Bundesgesetzgeber hat diese Hilfestellung zur sozialen Teilhabe unter dem Begriff „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ im § 45a SGB XI geregelt und die genaue Ausgestaltung den Ländern überlassen.

Einige Länder öffnen den Zugang zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag auch für Erwerbstätige und lassen diese nach Landesrecht zu. Ursprünglich erkannte nur Nordrhein-Westfalen gewerbliche Anbieter an, mittlerweile tun dies auch Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In weiteren Ländern sind neue Verordnungen in Arbeit, wie z.B. in Hessen.

Diese Länder lassen nach Landesrecht gewerbliche Betreuungskräfte nach § 45a SBG XI zu

Stand Dez. 2017

 

Die nachfolgende Liste enthält die Bundesländer, in denen gewerbliche Betreuungskräfte nach Landesrecht zugelassen werden können. Zudem sind die Zulassungsvoraussetzungen, der Stundensatz und die jeweiligen Anerkennungsbehörden genannt.

1. Nordrhein-Westfalen (AnFöVO)

  • Einzelanbieter: werden zugelassen
  • Ausbildungsdauer: 160 Unterrichtsstunden
  • jährliche Fortbildung: 8 Unterrichtsstunden
  • Fachkraftbegleitung: notwendig
  • Stundensatz: bis zu 25 Euro, Fahrtkosten zusätzlich
  • Anerkennungsbehörde: Kreise und kreisfreien Städte

2. Schleswig-Holstein (AföVO)

  • Einzelanbieter: werden zugelassen
  • Ausbildungsdauer: 120 Unterrichtsstunden
  • jährliche Fortbildung: 8 Unterrichtsstunden
  • Fachkraftbegleitung: notwendig, alternativ Servicestelle für Qualitätssicherung
  • Stundensatz: bis zu 30 Euro, Fahrtkosten sind eingeschlossen
  • Anerkennungsbehörde: Landesamt für soziale Dienste

3. Rheinland-Pfalz (UntAngV RP)

  • Einzelanbieter: werden zugelassen
  • Ausbildungsdauer: 160 Unterrichtsstunden
  • jährliche Fortbildung: 8 Unterrichtsstunden
  • Fachkraftbegleitung: notwendig
  • Stundensatz: Entgelte sollten angemessen sein, zu Fahrtkosten keine Angaben
  • Anerkennungsbehörde: Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion

4. Niedersachsen (AnerkVO SGB XI)

  • Einzelanbieter: werden nicht zugelassen (gegebenenfalls Kooperationen, GbR, Vereine oder andere Firmenkonstruktionen möglich)
  • Ausbildungsdauer: 40 Unterrichtsstunden
  • jährliche Fortbildung: keine Angaben
  • Fachkraftbegleitung: notwendig
  • Stundensatz: keine Angaben zu Abrechnung und Fahrtkosten
  • Anerkennungsbehörde: Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

5. Sachsen-Anhalt (PflBetrVO)

  • Einzelanbieter: werden nicht zugelassen (gegebenenfalls Kooperationen, GbR, Vereine oder andere Firmenkonstruktionen möglich)
  • Ausbildungsdauer: 160 Unterrichtsstunden
  • jährliche Fortbildung: 8 Unterrichtsstunden
  • Fachkraftbegleitung: notwendig
  • Stundensatz: bis zu 25 Euro die Stunde abrechenbar, Fahrtkosten zusätzlich
  • Anerkennungsbehörde: Sozialagentur Sachsen-Anhalt

6. Hessen (noch kein Titel)

Hessen beabsichtigt, in der ersten Jahreshälfte 2018 eine neue Verordnung auf den Weg zu bringen. Erste Signale weisen auf eine Öffnung der Anerkennungsmodalitäten hin, noch ist unklar, ob lediglich für haushaltsnahe Dienstleistungen geöffnet wird.

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